Rückblick – 27. Spieltag

Spieler des Spieltags: Marcus Thuram

Nach lang anhaltender Krise kam der FC Schalke 04 am 26.Spieltag als Aufbaugegner zur passenden Zeit für die Fohlen. Im heimischen Borussia-Park konnte in einem umkämpften und ausgeglichenen Spiel nun auch der SC Freiburg mit 2:1 niedergerungen werden. Überragender Mann war das Gladbacher Sorgenkind der Saison – Enfant Terrible Marcus Thuram.

Seine auffälligste Szene dieser Saison hatte der Spieler der Equipe Tricolore bisher im Hinrundenspiel gegen die TSG Hoffenheim, als er nach einer widerlichen Spuckattacke vom Platz gestellt wurde. Mit seiner Leistung gegen die Breisgauer macht der technisch beschlagene Weltmeister-Sohn, pünktlich zum Saison-Endspurt wieder Hoffnung an seine bestechende Form der vergangenen Saison anknüpfen zu können. Neben sechs Schüssen in Richtung Tor des Sportclubs und einer hervorragenden Leistung sowohl als Wand-als auch als Kombinationsspieler schnürte Thuram mit seinen Saisontoren 5&6 auch den siegbringenden Doppelpack.

Schwarz-Gelbes Berater-Chaos

In Anbetracht der Tabellenposition des BVB wird ein Verbleib Haalands über die Saison hinaus immer unwahrscheinlicher. Mittlerweile ist die Wechsel-Posse um den Wunderstürmer alles überschattendes Thema in Dortmund. Bei Real Madrid, dem FC Barcelona und zwei großen englischen Klubs soll der gefürchtete Mino Raiola, Berater des Norwegers, bereits zur Aushandlung von Verträgen vorstellig gewesen sein. Wahnwitzig klingen die Enthüllungen des katalanischen Radiosenders RAC 2. Bei einem Wechsel zur Blaugrana sollen sowohl Raiola als auch Haalands Vater Alf-Inge 20 Milionen Euro an Honorar fordern.

Dazu käme dann noch ein 30-Millionen-Jahresgehalt für Haaland junior. Besonders übel stößt aber der Zeitpunkt auf, an dem Haalands Vater und Raiola zu Verhandlungen in Barcelona gesichtet wurden. Nur 24 Stunden vor dem wichtigen Duell um die Champions-League gegen Eintracht Frankfurt.

Ein unnötiges Störfeuer, dass Sky-Experte Dietmar Hamann in Rage brachte. „Eine absolute Frechheit, was der Vater und der Berater von Haaland da machen. Sie gehen hausieren – vor so einem wichtigen Spiel!“ so der sonst so nüchtern auftretende Experte im Vorfeld des Spiels. Die Reaktion auf dem Platz folgte prompt. Über 90 Minuten fehlte den Schwarz-Gelben der hundertprozentige Fokus auf das Geschehen auf dem Platz. Gut möglich, dass die Causa Haaland wesentlicher Faktor für den Ausgang des Spiels zweier Teams auf ähnlichem Leistungsniveau war.

Keine Konkurrenz in Sicht

Das Topspiel der Bayern gegen Leipzig hat die derzeitigen Kräfteverhältnisse in der 1.Bundesliga deutlich zutage gebracht. Trotz des Ausfalls von Robert Lewandowski und der möglichen Länderspielmüdigkeit hat der Rekordmeister das Spitzenspiel ungefährdet mit 1:0 über die Bühne gebracht.

Dabei machten die Sachsen, die weniger an Länderspielabstellungen zu knabbern hatten, zwar den frischeren Eindruck und schossen insgesamt auch häufiger auf das Tor, konnten ohne echten Stürmer auf dem Platz aber wenig Torgefahr ausstrahlen. Bayern erspielte sich zwar keine Chancen im Minutentakt, überzeugte, wenn es nach vorne ging, aber mit deutlich mehr Durchschlagskraft. Bezeichnend für das Spiel war, dass ausgerechnet Leon Goretzka, der alle drei deutschen WM-Qualifikationsspiele nahezu über die volle Distanz gegangen ist, für das goldene Tor sorgen konnte. An der Vormachtstellung der Bayern in Deutschlands Beletage zweifelt derzeit wohl kaum jemand.