Rückblick – 25.Spieltag

Spieler des Spieltags: Thomas Müller

Nach der Ausbootung in Folge des WM-Aus von 2018 drehte Thomas Müller im Trikot der Bayern nochmal richtig auf. Zeitgleich mit der Bekanntgabe des Rücktritts von Weltmeister-Trainer Joachim Löw nach der Europameisterschaft in diesem Jahr wurde nun auch die Tür für eine Rückkehr des „Raumdeuters“ geöffnet. Eine Geste der Anerkennung des Bundestrainers, aber offensichtlich kein Grund für Müller, den Fuß vom Pedal zu nehmen.

Beim 3:1-Sieg gegen Bremen legte Müller in Weltklasse-Manier erneut doppelt auf. Einmal per kluger Kopfball-Ablage für Leon Goretzka und einmal technisch herausragend auf engstem Raum für Serge Gnabry nach einer überragenden Kombination. Als torgefährlicher Zehner mit brillantem Auge für den Nebenmann dürfte in der Startelf des deutschen Teams bei der Euro wohl kein Weg an Müller vorbeiführen.

Der Stuttgarter Serientäter

Einen 25 Jahre alten Vereinsrekord des Frankfurter Sportvorstands Fredi Bobic hat Sasa Kalajdzic am Wochenende gegen die TSG Hoffenheim eingestellt. Dieser hatte in der Saison 1995/96 nämlich sieben Mal in Serie für die Schwaben getroffen. Einen Rekord, den der 2m-große Österreicher nun am nächsten Spieltag gegen die Bayern versuchen zu brechen wird.

Das Besondere an Kalajdzic neben seiner Abschluss- und Kopfballstärke ist seine trotz seiner Körpergröße auffallende technische Beschlagenheit. Kein Wunder also, dass er den Angriff zum 1:0, den am Ende der Hoffenheimer Kasim Adams selbst über die Linie drückte, versuchte mit der Hacke zu vollenden. Trainer Pellegrini Mattarazzo war nach Schlusspfiff beim 2:0-Heimsieg gegen die TSG jedenfalls voll des Lobes für den 23-jährigen: „Das freut mich natürlich für Sasa, dass er so viele Spiele nacheinander getroffen hat. Er verteidigt gut, kombiniert gut, setzt seine Mitspieler gut ein.“

Kein Bock auf Europa

Die Einführung der UEFA Conference League ist wohl der Gipfel der Schwachsinnigkeit, einer Organisation, die scheinbar nur noch von Profitgier gelenkt ist. Während die jüngere Vergangenheit gezeigt hat, dass selbst die Motivation für die höherklassige Europa-League bei einigen Vereinen aus den Top5-Ligen nur bedingt gegeben ist, kommt nächste Saison eine an Irrelevanz kaum zu überbietende Liga an den Start.

Mit geringfügigen finanziellen Anreizen sollen Teams ihre Ruhephasen zwischen den Liga-Partien bei Auswärtsspielen gegen unbekannte Vereine aus den Niederungen des europäischen Klubfußballs opfern. Die Qualifikation für die Europa-League über einen Triumph in der Conference League dürfte als Motivationsspritze wohl kaum reichen und wirkt schon fast wie unangebrachter Spott. Max Kruse vom Europa-Anwärter Union Berlin wird jedenfalls vielen Fußballern aus der Seele sprechen, wenn er sagt: „Auf die Europa League hätte ich Bock. Auf die Conference League hätte ich keinen Bock, ich weiß nicht mal, was das ist.“