Rückblick – 24.Spieltag

Spieler des Spieltags: Robert Lewandowski

„Lewandowski vs Haaland“ war häufig Titel der Berichterstattung der Sportmedien im Vorfeld des „Klassikers“. Nach zehn Minuten zeigte sich bereits, dass zumindest der Norweger auf dem Feld steht, um die Erwartungen zu erfüllen. Mit seinen ersten beiden Torschüssen stellte er auf 0:2 für seine Borussia.

Was dann folgte, waren wütende Bayern, die ihre Rivalen mit absurd hohem Angriffs-Pressing über die restliche Spielzeit in die Defensive drängten. Haupt-Protagonist: der auf Gerd Müllers Spuren wandelnde Lewandowski, der Haalands Doppelpack mit seinen Saison-Toren 29, 30 und 31 konterte und wieder einmal Matchwinner beim am Ende höchst verdienten 4:2-Siegs der Münchener war.

Die Rose-Krise verschärft sich

Die Fans hat er nach Bekanntgabe seines Wechsels zum Ligakonkurrenten aus Dortmund nicht mehr auf seiner Seite. Aber gab es auch einen Bruch zwischen dem scheidenden Trainer Marco Rose und seiner Mannschaft? Abwechselnde Dementi und neu aufflammende Gerüchte zum angeblichen Missverhältnis gibt es beinahe täglich.

Leistung und Ergebnisse zeigen jedenfalls einen klaren Negativ-Trend. Gegen ebenfalls krisengebeutelte Leverkusener setzte es Gladbachs vierte Niederlage in Folge. Während die Defensive weitestgehend stabil stand, scheint die hochgelobte Offensive Woche für Woche an Durchschlagskraft einzubüßen. Nur drei Schüsse gingen aufs Gehäuse des jungen Leverkusener Keepers Lennart Grill. Zu wenig Punch für ein Team, das mit dem Rücken zur Wand steht und dringend punkten sollte, um seine Chance zur Qualifikation auf das internationale Geschäft zu wahren. Eventuell fehlt dem aktuellen Coach schlicht die Glaubwürdigkeit, sein Team für den Endspurt zum Erreichen der Saisonziele heiß zu machen.

Paolo Otavio wird zum Meme

Es läuft die 94.Spielminute. Der Hoffenheimer Munas Dabbur läuft nach einer Ecke der Wolfsburger an dem mit nach vorne gerückten Koen Casteels vorbei zum 3:1 auf das leere Gäste-Tor zu, um dem ohnehin entschiedenen Spiel den Deckel draufzumachen. Dabei hat er die Rechnung ohne Wolfsburgs Karate-Kid Paolo Otavio gemacht. Mit dem gefühlt schnellsten Sprint des Spieltages machte er mehrere Meter auf den enteilten Dabbur gut, um ihn mit einer abgesprungenen Scherengrätsche von den Beinen zu holen.

Die Frage, die bleibt, ist die nach dem Warum. Otavio hatte sich bereits seine fünfte gelbe Karte abgeholt, wird durch seine Kurzschluss-Reaktion nun aber wohl für längere Zeit gesperrt, nur um bei Wiederrückkehr erneut kurz vor der Gelbsperre zu stehen. Eine Chance auf den Ball oder das uneigennützige Opfern für die Möglichkeit eines späteren Ausgleichs war auch nicht im Ansatz gegeben. Das Einzige, was der kleine Brasilianer erreicht hat, ist, sich per Schnellverfahren zum Kult-Kicker und Fan-Lieblings zu machen und das Internet für ein paar Tage mit unzähligen Memes zu seiner Aktion zu fluten.