Rückblick – 22. Spieltag

Spieler des Spieltags: Amin Younes

Die Frankfurter Adler setzen ihren Höhenflug fort und können sich seit diesem Spieltag zum FC St. Pauli gesellen und sich „Weltpokal-Sieger-Besieger“ nennen. Vor den Augen des Bundestrainers Joachim Löw lieferte mit Amin Younes ein alter Bekannter ein makellose Bewerbung für weitere Nominierungen.

In der ersten Halbzeit des 2:1-Heimsieges brannte die SGE ein regelrechtes Offensiv-Feuerwerk ab. Immer mittendrin der kleine Spielmacher, der sich seit Wochen in bestechender Form befindet. Mit seinen Bewegungen zwischen den Linien, seinen unberechenbaren Dribblings und kreativem Pass-Spiel war Younes dauerpräsenter Stör-Faktor der Bayern-Defensive. Fünfmal schoss Younes auf das gegnerische Gehäuse mit positivem Ausgang zum 2:0 in der ersten Halbzeit. Ein Tor für alle Fußball-Ästhetiker. Mit zwei Körpertäuschungen schickte er Niklas Süle ins Leere, um einen strammen Vollspann-Schuss im Winkel zu versenken.

Extraklasse war auch Younes Aktion in Gedenken an den Anschlag in Hanau. Mit dem Präsentieren eines T-Shirts erinnerte eher beim Torjubel an die Opfer und erklärte später, „Ich möchte, dass die Angehörigen wissen, dass wir an sie denken und dass uns das nah gegangen ist.“

Mainzer Superjoker

Seit der Übernahme der Mainzer durch das Trio Heidel/Schmidt/Svensson tasten sich die 05er Schritt für Schritt näher an die Nichtabstiegs-Plätze heran. Erfolgsrezept der Rhein-Hessen ist die Rückbesinnung auf alt bewährte Tugenden. Hohe Laufbereitschaft, gepaart mit aggressivem Pressing und der Malocher-Mentalität einer Truppe, die sich ihres ständigen Existenzkampfs bewusst ist.

Neuer Faktor ist das glückliche Händchen des Chefcoachs Bo Svensson, der in Kevin Stöger einen eiskalten Spezialisten für die Schlussminuten gefunden hat. Vergangene Woche konnte der Österreicher nach Einwechslung in der Nachspielzeit gegen Bayer Leverkusen zum 2:2 ausgleichen. Diese Woche verpasster er als Joker, dem nächsten Favoriten einen Last-Minute-KO. Einen missglückten Befreiungskopfball des Gladbacher Nationalmannschafts-Kollegen Stefan Lainer konnte das Mainzer Super-Sub aus neun Metern Entfernung fünf Minuten vor Schluss zum 1:2-Siegtreffer über die Linie drücken.

Die Dortmunder Auf und Abs

Eine Story dieser Saison ist definitiv die Inkonstanz der Elf vom Borsigplatz. Phasen, in denen aus allen Richtungen versucht wird, eine sportliche Krise zuzuschreiben, werden in aller Regelmäßigkeit durch eindrucksvolle Siege in wichtigen Spielen im Keim erstickt.

Vor dem Champions-League-Gastspiel gegen eine stark erwartete Mannschaft aus Sevilla sah wieder vieles nach Schwarz-Gelber-Sinnkrise aus. Doch dann bezwangen die entfesselt aufspielenden Dortmunder die disziplinierten Andalusier völlig verdient mit 2:3. Der vernichtende Derby-Sieg der Borussen war dann die letzte Dosis Medizin zur endgültigen Wieder-Genesung des Revier-Klubs. Ohne den Hauch eines Zweifels putzten die Dortmunder den Erz-Rivalen aus Gelsenkirchen mit 0:4 aus dem Stadion.