Rückblick – 19. Spieltag

Spieler des Spieltags: Marius Wolf

Ein Spiel mit Final-Charakter ging am Sonntag im RheinEnergie-Stadion über die Bühne. Im Vorfeld sagten viele diesen beiden Mannschaft einen Zweikampf um den rettenden 15.Platz voraus. Dass die Kölner letzten Endes die drei Punkte zuhause behalten konnten, lag vor Allem an dem frühen Doppelschlag des BVB-Neuzugangs Marius Wolf. Mit seinen ersten beiden Saison-Toren bewies der Rechtsaußen ungeahnte Abstauber-Qualitäten und stellte schon nach 30 Minuten auf ein vorentscheidendes 2:0.

Seine kämpferischen Qualitäten täuschten über 90 Minuten seine auch gegen Bielefeld sichtbaren spielerischen Mängel hinweg. In Sachen Laufbereitschaft und Zweikampf-Härte war der versatile Mittelfeld-Spieler der personifizierte Kampf um den Klassenerhalt. Zwei erzielte Tore und ein aufopferungsvolles Spiel wiegen dann tatsächlich mehr als eine miserable Pass-Quote von unter 50%.

Lewandowskis Sous-Chefs

Während die Defensive Sorgen bereitet, sind die Bayern in dieser Saison offensiv wieder auf Rekord-Jagd. Mit 57 erzielten Toren nach 19 Spieltagen hat der Rekordmeister einen vereinsinternen Rekord aufgestellt, der nur von Hamburgs Meistermannschaft (1981/82) überboten wird (58.). Der frisch gekrönte Weltfußballer Robert Lewandowski wandelt auf Gerd Müllers Spuren und hat beste Chancen, mit seinen bereits erzielten 24 Toren den ewigen Tor-Rekord Müllers zu übertrumpfen. (40).

Bei diesen Wunderzahlen darf aber nicht unter den Teppich gekehrt werden, dass dem Polen auf höchstem Niveau assistiert wird. Zweistellig aufzulegen ist nach dem Saison-Ende bereits eine hervorragende Quote. Nach neunzehn Spieltagen habe Thomas Müller und Joshua Kimmich bereits zehn Mal den entscheidenden Ball vor dem Tor gespielt. Der französische Champions-League-Held Kingsley Coman hat sich neunmal mit einer Tor-Vorlage auf den Spielberichtsbogen gebracht.

Mutlose Knappen

Ewigen Optimismus predigt Chef-Coach Christian Groß auf nahezu jeder Presse-Konferenz. Mut brauche es, um Rest-Chancen auf das Projekt Klassenerhalt zu wahren. Angesichts dieser Aussagen verwundern die wöchentlichen Performances der Schalker umso mehr. In Sachen Lauf-Leistung ist Königsblau die schwächste Mannschaft der Liga. Mit der Übernahme des Schweizers ging der Wert noch mehr nach unten.

Gegen Werder sah Schalkes erste Halbzeit wirklich vielversprechend aus. Destruktive Bremer wurden mit viel Ballbesitz Müde gespielt, und im passenden Moment konnte Harit mit einem Tiefenlauf und genauem Zuspiel auf Omar Mascarell für das 1:0 sorgen. Nach Wiederanpfiff verhielten sich die Knappen urplötzlich wie das Kaninchen vor der Schlange. Offensivspiel war Fehlanzeige. Stattdessen versuchte Schalke das Spiel schon viel zu früh über die Zeit zu zittern. Bezeichnend war eine gelbe Karte Ralf Fährmanns für Zeitspiel nach 65 Minuten und die Einwechslung des Defensiv-Akteurs William für Schalkes bestem Offensiv-Mann Amine Harit.

Folgerichtig erzielten die Hansestädter inmitten einer lang andauernden Drang-Periode den Ausgleich und drückten bis zum Schlusspfiff auf den Siegtreffer. Lediglich der Video-Referee rettete den Gelsenkirchenern am Ende den Punkt, als Maxi Eggestein in der Nachspielzeit den vermeintlichen Knockout setzte. Mit Schalkes Rest-Programm im Hinterkopf und dem psychologisch offensichtlich arg angeknocktem Kader wirkt der Rest der Saison nur noch wie eine traurige Abschieds-Tournee vor leeren Rängen.