Rückblick – 14.Spieltag

Spieler des Spieltags: Taiwo Awoniyi

Von Spieltag zu Spieltag erhält man immer mehr das Gefühl Unions überraschender Höhenflug könnte doch mehr als ein zufälliges Zwischenhoch sein. Ein Zahnrädchen scheint ins nächste zu greifen. Wesentlicher Faktor ist seit Wochen Sturmtank Taiwo Awoniyi. An der alten Försterei dürfte so langsam niemand mehr dem nach Köln abgewanderten Sebastian Andersson hinterhertrauern.

Gegen Bremen folgte der nächste Gala-Auftritt des Nigerianers. Das 0:1 legte er auf indem er einen langen Ball aus der Abwehr heraus von Knoche per Sprint anforderte, dann noch vor der Ball-Annahme seinem Sturm-Partner Sheraldo Becker anzeigte wie er zu kreuzen haben um selbigem dann zum perfekt getimt zum Torerfolg zu assistieren. Den Deckel auf die Partie setzte er dann in Eigenregie. Nach gewohnt körperbetontem, erfolgreichem Pressing der Berliner konnte die Liverpool-Leihgabe ein Zuspiel Andrichs aus spitzem Winkel zum 0:2 an Pavlenka vorbeispitzeln.

Bayerns eigentlicher Chef

Bei der Frage nach Bayerns wichtigstem Spieler fällt die Antwort oft auf die Preisgekrönten. Welttorwart Manuel Neuer oder Weltfußballer und Europas Spieler des Jahres Robert Lewandowski. Die letzten Wochen haben aber unterstrichen wie wichtig Dauerbrenner Joshua Kimmich sowohl spielerisch als auch mentalitätstechnisch für den Rekordmeister ist. Seit seiner Verletzung im Topspiel gegen den BVB am 7.Spieltag brachten die Münchener meistens sehr durchwachsene Leistungen auf den Rasen. Dann folgte sein Comeback gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer aus Leverkusen. Beim Stand von 1:1 eingewechselt peitschte er sein Team regelrecht nach vorne und konnte kurz vor Schluss sogar noch den Siegtreffer durch Lewandowski und die damit verbundene „Weihnachts-Meisterschaft“ auflegen.

Gegen die Mainzer gerieten die Münchener wieder einmal früh in Rückstand und sahen die gesamte erste Halbzeit nicht so aus den 0:2-Rückstand noch drehen zu können. Wenn einer aber entschieden etwas gegen den Punktverlust hatte dann der wiedergenesene Mittelfeld-Motor. Schon nach 10 Minuten in der zweiten Halbzeit war der Spielstand egalisiert. Kimmich legte ein Tor auf und erzielte eins selbst. In der Folge war Kimmich quasi auf dem gesamten Platz zu finden und agierte teilweise in vorderster Front als Rechtsaußen um immer weiter Druck zu machen der den Bayern half am Ende als 5:2-Sieger vom Platz zu gehen.

Die Mannschaft der Stunde

Zu Beginn der Saison sah es tatsächlich so aus als habe der ewige Abstiegskandidat aus Freiburg an den alljährlichen Abgängen von Leistungsträgern zu knabbern. Die deutschen Nationalspieler Robin Koch und Luca Waldschmidt verließen den Breisgau um im Ausland den nächsten Karriereschritt zu machen. Am achten Spieltag verlor man noch 1:3 gegen den zum damaligen Zeitpunkt mausetot wirkenden FSV Mainz 05. Diese Niederlage kam wohl als Weckruf zum richtigen Zeitpunkt. Seitdem ist die Mannschaft von Christian Streich ungeschlagen und konnte die letzten vier Spiele sogar siegreich gestalten.

Ein Erfolgsfaktor scheint, dass der dienstälteste Trainer der Liga einem festen Stamm vertraut und konträr zu den meisten anderen Bundesligisten wenig rotiert. Die „Königstransfers“ Santamaria und Demirovic passen sich dem Freiburger 3-5-2/5-3-2 immer besser an. Die langjährige Leistungsträger Nicolas Höfler, Jonathan Schmid und Kapitän Christian Günter haben rechtzeitig ihre Form wiedergefunden und vorne glänzt allen voran Vincenzo Grifo als starker Standardschütze und Assistgeber. Nach vierzehn Spieltagen sind die wiedererstarkten Freiburger nun auf Tuchfühlung zu Vereinen anderer finanzieller Kragenweite wie Wolfsburg oder Gladbach dicht an den Europa-League-Rängen.

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