Rückblick – 2. Spieltag

Spieler des Spieltages: Andrej Kramaric

Am zweiten Spieltag bereits die zweite Nominierung für den Stürmer der Stunde. Nach seinen drei Toren gegen den 1.FC Köln war Kramaric auch gegen die unschlagbar scheinenden Bayern der beste Mann auf dem Platz.

Mittlerweile hat es schon eine gewisse Surrealität, dass der 29-jährige Linksfuß mit dem Status als Star-Spieler der Kraichgauer seinen Karriere-Zenit wohlmöglich schon erreicht hat. Zwei Tore in der spielentscheidenden Phase, als die Bayern drauf und dran waren, ins Spiel zurückzukommen, sollten eigentlich schon Argument genug für die Wahl sein. Imponierend war aber vor Allem die Selbstverständlichkeit, mit der Kramaric die unangefochtene Chef-Rolle in Hoffenheims Offensive annahm.

Stellvertretend für sein unerschütterliches Selbstvertrauen war, wie Kramaric beim Stand von 4:1 auf Höhe der Mittellinie mit einer Zidane-Rolle zwei Gegenspieler aus dem Spiel nahm, bevor er von einem sichtlich frustrierten Jerome Boateng unfair abgegrätscht wurde. Auf der Gegenseite zeigte sich wieder einmal, dass der junge Niederländer Joshua Zirkzee noch weit entfernt davon ist, sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Andrej Kramaric wäre das perfekte Puzzlestück, dass es braucht, um die bayrischen Ambitionen, das Triple zu verteidigen, wahrwerden zu lassen. Ihm ist bei der Konstanz der letzten Jahre, durchaus zuzutrauen, als Lewandowski und/ oder Müller-Back-Up auch gegen internationale Top-Kontrahenten auf hohem Level zu performen.

Täglich grüßt das Murmeltier

Die Situation dürfte Achim Beierlorzer bekannt vorkommen. Nach einem katastrophalen Saisonauftakt muss der Übungsleiter schon früh in der Saison die Koffer packen. In Köln gewährte man dem ehemaligen Gymnasial-Lehrer für Mathematik und Sport noch 11 Spieltage in der vergangenen Saison. Abgeschlagen auf dem letzten Platz hinterließ Beierlorzer eine demoralisierte Mannschaft, die erst durch die Übernahme von Markus Gisdol wieder Feuer fing.

Zur Überraschung vieler übernahm Beierlorzer direkt am nächsten Spieltag den 1.FSV Mainz 05, der seinen damaligen Trainer Sandro Schwarz entlassen hatte. Auch dort wusste er unter dem Strich nicht jeden Zweifler zu überzeugen, erreichte aber relativ souverän das vereinbarte Minimal-Ziel Klassenerhalt. Zu Beginn dieser Saison hatte Beierlorzer mit teaminternen Querelen noch eine weitere Baustelle zu bekämpfen, die im Gesamtpaket mit dem sportlichen Fehlstart und zwei verdienten Niederlagen zu schwer wog. Stürmer Adam Szalai kämpfte für Gehalts-Rückzahlungen aus der Corona-Pause und wurde daraufhin suspendiert und zu einem Vereins-Wechsel geraten. Die Welle der Entrüstung aus Teilen der Mannschaft war zu groß, um Beierlorzer im Amt zu behalten. Gleichzeitig wurde auf Schalke ein Trainer-Posten frei, da David Wagner Opfer der langanhaltenden sportlichen Krise der Königsblauen wurde. Dass Beierlorzer Abstiegskampf kann, hat er in der letzten Saison bewiesen.

Eigentlich keine schlechte Bewerbung für den Posten als Feuerwehrmann der Knappen. Vielleicht sieht man sich Geschichte wiederholen und Beierlorzer am kommenden Spieltag in Leipzig als Trainer des S04 wieder an der Seitenlinie.

Derby-Calli erhellt Schalker Fan-Seele

Auf Schalke gibt es momentan wirklich gar keinen Grund zur guten Laune. Die sportliche Misere der vergangenen Rückrunde, in der sechzehn Spiele am Stück nicht gewonnen wurde, ist nahtlos in die neue Saison übergegangen. Dazu gesellen sich die Entlassung des Chef-Trainers David Wagner, Undiszipliniertheiten, wie die Spuck-Attacke von Ozan Kabak und die verheerende finanzielle Situation des Malocher-Klubs.

Das einzige Lichtlein, dass die Schalker Fan-Seele ein wenig erleuchtet hat, glühte daher auf anderem Platz. Augsburg konnte vor heimischer Kulisse überraschend den großen Erz-Rivalen Borussia Dortmund mit 2:0 besiegen. Mann des Tages war Ex-Schalke-Kapitän Daniel Caligiuri, der ein Tor und eine Tor-Vorlage beisteuerte. In Gelsenkirchen schwärte man stolz von Derby-Calli. Schon im königsblauen Dress ließ er einige Derbys zugunsten der Königsblauen kippen. 6 Tore und 6 Vorlagen steuerte Caligiuri für seine unterschiedlichen Vereine mittlerweile gegen die Schwarz-Gelben bei. Spätestens als Caligiuri im Post-Match-Interview auch noch feststelllte, dass es „besonders als Ex-Schalker immer schön ist, gegen Dortmund zu treffen“ dürfte der ein oder andere traumatisierte Schalke-Fan nostalgisch in Erinnerungen geschwelgt haben.

Rückblick – 1. Spieltag

Spieler des Spieltages: Andrej Kramaric

Im Westen nichts Neues. Hoffenheim gewinnt, Kramaric knipst. Seine letzte Saison beendete der kroatische Vize-Weltmeister von 2018 mit vier Treffern in Dortmund, diese beginnt mit drei siegbringenden Toren gegen die Domstädter aus Köln. Vier Spielzeiten in Folge hat der Edel-Techniker mittlerweile zweistellig für die TSG getroffen. Diese Abhängigkeit vom Top-Stürmer zeigte sich auch zum Auftakt dieser Saison wieder einmal.

In einer sehr ausgeglichenen Partie war es die individuelle Klasse des Premier-League-Siegers von 2015/16, die den Unterschied machte. Unzeitgemäße Vereinstreue und Top-Leistungen, auf die selbstkritische, bescheidene Interviews folgen. Der Rekord-Torschütze der Kraichgauer ist auf dem besten Weg zur Vereins-Legende. Anstatt sich feiern zu lassen, konstatierte der Matchwinner nach Spielschluss: „Die zweite Hälfte war nicht das TSG-Spiel, wie wir es kennen. Ich liebe Hoffenheim, und deshalb sage ich: Wir müssen es besser machen.“

Keine Spur von Party-Hangover

Vor Anpfiff der neuen Saison war die geläufige Meinung noch am Besten wäre es, die Bayern am ersten Spieltag zu spielen. Von einer eventuellen Feier- und Urlaubsmüdigkeit befallen, würde die letzte Konzentration zur Spitzenleistung fehlen. Kleine Nachlässigkeiten beim Liga-Primus, die von einem starken Kontrahenten ausgenutzt werden können.

Gegenteiliger kann die Einschätzung nach Bayerns Sieg gegen Schalke nicht ausfallen. Einen 8:0 Kanter-Sieg feierte der Rekordmeister, was nicht nur dem desaströsen Spiel der Knappen geschuldet war. Bayern gab sich keine Blöße. Defensiv kaum gefordert, wirkte das Ballbesitz-Spiel der Flick-Elf wieder einmal wie eine gut geölte Maschine. Neuzugang Leroy Sané zeigte keine Spur von Anpassungsschwierigkeiten und bildete eine angsteinflößend harmonierende Flügelzange mit Serge Gnabry. Jeder Akteur im Bayern-Trikot präsentierte sich in absoluter Bestform.

Ohne Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann hätte der jetzt schon historisch höchste Bundesliga-Auftaktsieg der Geschichte auch zweistellig ausfallen können. Die Warnung der Bayern sollte bei denen sich ebenfalls in hervorragender Frühform befindenden Leipzigern und Dortmundern angekommen sein.

Same shit different season

Was die Bremer im Spiel gegen die Hertha gezeigt hat, erinnerte zu sehr an die letzte Saison, die fast mit dem Worst-Case-Szenario Abstieg endete. Oft wurde der Negativ-Lauf der vergangenen Saison mit der hohen Verletztenzahl der Mannschaft begründet, sodass sich keine Stamm-Elf einspielen konnte. Also hielt man zur neuen Saison an Coach Florian Kohfeldt fest.

Der Vertrauensvorschuss der Bremer Führungsetage soll mit einer sorgenfreien Saison zurückgezahlt werden. Für einen positiven Neustart finden sich mit einem nahezu verletzungsfreien Kader und punktuellen Transfer-Verstärkungen eigentlich optimale Voraussetzugen. Zunächst sah das Spiel der Bremer gegen die ambitionierte Hertha auch nach einer gelungen Rehabilitierung aus, dann verfiel Bremen aber in alte Muster. Der Doppelschlag der Berliner zog Bremen früh den Stecker. Danach agierte die Mannschaft mit der alt bekannten Zahnlosigkeit und erweckte in den 90 Minuten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, einer keineswegs fehlerfreien Berliner Mannschaft gefährlich werden zu können.

Gegen den ebenfalls saisonübergreifend kriselnden FC Schalke 04 wird eine Reaktion der Mannschaft erwartet, die in notwendigen Punkten resultiert. Sollte der Auftritt der Bremer ähnlich schwach sein wie gegen die Hertha, könnte das Eis für Kohfeldt schon früh in der Saison gefährlich dünn werden.

Player to watch # 18 – Marcel Hartel

Einen großen Sprung nach vorne machte der Kölsche Jung Marcel Hartel erst in der letzten Saison im Trikot der Arminia aus Bielefeld.

Bei seinen vorherigen Stationen, dem Heimatverein 1.FC Köln und Union Berlin ließ der beidfüßige Offensiv-Allrounder sein Talent immer wieder aufblitzen, allerdings ohne gute Leistungen über einen längeren Zeitraum konstant abzurufen. In den Saisons 15/16 und 16/17 durfte der neunmalige deutsche U21-Nationalspieler bereits Bundesligaluft für den Effzeh schnuppern, allerdings ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Folgerichtig dann der Wechsel zur damals zweitklassigen Eisernen Union. In zwei Saisons konnte der zwischen Startelf und Ersatzbank pendelnde Hartel dann in 54 Spielen vier Tore und sechs Vorlagen beisteuern.

Trotz des Aufstiegs der Berliner in die Bundesliga entschied sich der pfeilschnelle Offensivmann für den Lockruf der Arminia und den damit verbundenen Verbleib in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Rückblickend betrachtet wohl die richtige Entscheidung. Unter Uwe Neuhaus avancierte Hartel zum absoluten Stammspieler und Leistungsträger. Am zweiten Spieltag noch eingewechselt, stand Hartel den Rest der Saison von Beginn an auf dem Platz.

Besonders in Erscheinung trat Hartel dabei durch seinen scheinbar neu gewonnenen Blick für den Nebenmann. Mit 13 Torvorlagen ist Hartel hinter Hamburgs Tim Leibold zweitbester Torvorlagengeber der abgelaufenen Saison. In Bielefeld erwartet man nun, dass Hartel diese starke Form auch mit ins Oberhaus mitnehmen kann und wichtiger Baustein zum Erhalt der Klasse wird.

Player to watch # 17 – Waldemar Anton

Eine enorme Spielintelligenz und taktische Reife zeichnen den in Usbekistan geborenen 1,89m langen Defensiv-Strategen Waldemar Anton aus. Vier Profi-Saisons absolvierte Anton bei seinem Heimatverein Hannover 96, bei dem er durch starke Leistungen Begehrlichkeiten bei zahlreichen Klubs aus In- und Ausland weckte. Mit nahezu der halben Bundesliga, aber auch russischen Top-Klubs wie Lokomotive Moskau oder internationalen Schwergewichten (AC Milan) soll es in der Vergangenheit Kontakt gegeben haben.

Ein überraschendes Schnäppchen konnte der VFB-Stuttgart dann in diesem Transfer-Sommer schlagen. 4 Millionen wurden in die niedersächsische Landeshauptstadt überwiesen. Nach der Abstiegssaison der 96er wurden noch bis zu 12 Millionen für einen Transfer gefordert. Dabei hat Anton keineswegs leistungstechnisch nachgelassen. Ganz im Gegenteil, angespornt durch die Abgabe der Kapitänsbinde unter Thomas Doll, hat der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler auf neuer Position einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Als kombinationssicherer Taktgeber auf der Sechs war Anton wohl der konstanteste Hannoveraner in einer insgesamt durchwachsenen Zweitliga-Saison. Diese Polyvalenz, gepaart mit dem augenscheinlichen Potenzial, machten Anton dann auch zum Wunschspieler des VFB-Coachs Pellegrino Matterazzo.

Als Neuling mit dem roten Brustring auf dem Trikot will sich Anton nicht verstecken. Kommandos auf dem Platz seien enorm wichtig und er wolle auf dem Platz gleich vorangehen, so Anton in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen.

Player to watch # 16 – Josh Sargent

Einen absoluten Traumstart in die Bundesliga legte das Sturmtalent mit der auffälligen Pumuckl-Frisur hin. Mit 18 Jahren gegen Fortuna Düsseldorf reingeworfen, brauchte der US-Boy gerade einmal 86 Sekunden und einen Ballkontakt, um zum vorentscheidenden 3:1 einzunicken. Dadurch wurde der durch torreiche U17 und U20-Weltmeisterschaften entstandene Hype noch weiter befeuert. Eine persönlich eher maue Restsaison 2018/2019 dämpfte die hohen Erwartungen dann erstmal deutlich. In neun weiteren Bundesliga-Spielen, die er größtenteils als Einwechselspieler über die Bühne brachte, gelang nur ein weiterer Treffer.

Die abgelaufene Saison endete für Bremen dann fast im Trauma des Bundesliga-Abstiegs. Von Verletzungen wichtiger Stammspieler geplagt, fehlte den Bremern offensiv zu oft die notwendige Durchschlagskraft. Nach einem fulminanten Start in die neue Spielzeit wurde auch die individuelle Leistung Sargents zunehmend schlechter. In 28 Spielen gelangen dem Mittelstürmer vier Tore und vier Vorlagen. Deutlich zu wenig Ertrag für das vorhandene Talent. Eventuell auch ein Ergebnis der Fokussierung des Werder Spiels auf den kosovarischen Flügel-Flitzer Milot Rashica.

Sargent könnte also Profiteur eines sich andeutenden Abgangs Rashicas werden. Mit guter Technik, hohem Tempo sowie einem starken Dribbling und ordentlichem Kopfballspiel bringt der 12-malige US-Nationalspieler nämlich eigentlich alle Kern-Kompetenzen eines Top-Stürmers mit, die sich auch in seinen Torquoten im Nationaldress widerspiegeln.

Player to watch # 15 – Ruben Vargas

Vier Millionen überwies der FC Augsburg in der vergangen Saison an den FC Luzern. Transferziel, der Schweizer U21-Nationalspieler Ruben Vargas. Vorangegangen war eine überzeugende Saison mit acht Toren und acht Torvorlagen in der heimischen Super League.

In seiner ersten Bundesliga-Saison war von Anpassungsschwierigkeiten an das höhere Spielniveau keine Spur zu sehen. Als Stammspieler über die gesamte Spielzeit konnte der Schweizer mit dominikanischen Wurzeln sechsmal ins gegnerische Tor einnetzen und weitere zwei Tore vorlegen. Vor Allem in der ersten Saisonhälfte unter Landsmann Martin Schmidt konnte Vargas hervorragend seine Stärken ausspielen. Seine Dribbelstärke, Anlauffreude und das hohe Tempo auch mit dem Ball am Fuß passte ideal zur von Schmidt favorisierten, auf aggressives Pressen und schnelles Kontern ausgelegte Spielidee.

Nicht zu unterschätzen war aber Schmidts Rolle als Ziehvater für den sensiblen Vargas, der eine Wohlfühlatmosphäre braucht, um seine Bestleistung abrufen zu können. Ein leichtes Leistungsgefälle war dann folgerichtig nach dem Trainerwechsel zu Heiko Herrlich zu erkennen. Etwas beklemmter und weniger zielstrebig wirkte Vargas in seinen Offensivaktionen.

Mit spürbarem Vertrauen von der Trainerbank und aus der Mannschaft ist dem in Augsburg zum A-Nationalspielger gereiften Vargas allerdings eine weitere Leistungssteigerung zuzutrauen. Ein konstanter Vargas würde jedenfalls enorm dazu beitragen, sich in dieser Saison frühzeitig in ruhiges Fahrwasser zu begeben und sich weitestgehend aus dem Abstiegskampf rauszuhalten.

Player to watch # 14 – Jhon Cordoba

17 Millionen Euro. Rekordeinkauf der Geißböcke. Diese Bürde schien schwer auf den breiten Schultern des Kolumbianers zu lasten. Kein Tor in seiner Debütsaison für die Kölner, ein absurd schlechter Punkteschnitt von 0,17 wenn er mitwirkte, und der sang und klanglose Abstieg des Effzeh in die zweite Bundesliga.

Jhon Cordoba wurde innerhalb kürzester Zeit vom Hoffnungsträger der Fans zum Fußabtreter der ohnehin sehr wankelmutigen Kölner Boulevardpresse. Doch anstatt die schnelle Flucht anzutreten oder in Selbstmitleid zu versinken, kam die Leistungsexplosion in Liga Zwei. Mit 20 Toren trug die wuchtige Stürmerkante maßgeblich zur direkten Rückkehr ins deutsche Oberhaus bei.

Nichtdestotrotz war Cordoba bei den Kölner Verantwortlichen noch nicht über jeden Zweifel erhaben. Ein offener Dreikampf mit Sturm-Koriphäe Anthony Modeste und Zweitliga-Bomber Simon Terodde stand bevor. Während Modeste und Terodde aber allenfalls bruchstückhaft zu überzeugen wussten, positionierte Cordoba sich mit dreizehn Toren klar als Stürmer Nummer Eins. So schoss sich Cordoba in der spektakulären Aufholjagd der Kölner nach der Übernahme Markus Gisdols regelrecht in einen Lauf und war Hauptgrund für den letzten Endes souveränen Klassenerhalt der Kölner.

Mittlerweile ist Cordoba auch bei deutlich namhafteren Klubs kein unbeschriebenes Blatt mehr. Vor Allem Ex Bayern-Coach und Neutrainer des FC Everton, Carlo Ancelotti, soll sich vehement um den kolumbianischen A-Nationalstürmer bemühen. Mit seiner beeindruckenden Physis und dem geschickten Körpereinsatz scheint Cordoba wie gemacht für den Premier-League-Fußball. Sportlich hat die Kölner Führung natürlich gar kein Interesse an einem Abgang des Kolumbinaners. Allerdings wäre Cordoba in der kommenden Saison ablösefrei.

Player to watch # 13 – Pierre Kunde

Über die B-Mannschaft von Atlético Madrid zog es den Kameruner Pierre Kunde zur Saison 2018/19 an den Rhein zum 1.FSV Mainz 05. Was folgten, waren zwei Bundesliga-Saisons, bei denen sich Licht und Schatten abwechselten.Seine herausragenden Fähigkeiten, insbesondere in der Ballkontrolle, ließ der technisch beschlagene Kunde immer wieder aufblitzen. Auf starke Spiele folgten aber regelmäßig Ausreißer nach unten, die Kunde meist gewährt wurden und nicht den Stammplatz kosteten.

Beim Mainzer Anhang hat der gifitge Box-to-Box-Player nach wie vor ein Stein im Brett und wird als wichtigster Mittelfeldspieler und legitimer Nachfolger des Ivorers Jean-Philippe-Gbamin angesehen. Auch der Mainzer Führungsetage ist die Wichtigkeit Kundes für das eigene Spiel bewusst. Im Interview mit der spanischen AS liebäugelte Kunde mit einer Rückkehr zu den Rojiblancos aus der spanischen Hauptstadt. Es gäbe keinen konkreten Kontakt, aber eine Anfrage des CL-Finalisten 2015/16 wäre eine große Ehre. Einem Wechsel in dieser Transferperiode wurde daraufhin der Riegel vorgeschoben. Stattdessen wurde der 25-jährige zum Rapport bestellt und vom Mainzer Sportvorstand angeraten, anstelle Wechselgerüchte zu befeuern, zunächst sein Spiel ohne und gegen den Ball zu verbessern.

Tatsächlich sollte Kunde, der sich in seiner dritten Bundesliga-Saison nicht mehr auf seinem Talentstatus ausruhen kann, mehr Konstanz in seine Leistungen kriegen. Sollte der viermalige Torschütze der abgelaufenen Bundesliga-Saison dieses Jahr beständiger seine Stärken auf den Platz bringen, muss eine mittelfristige Rückkehr zu Atléti tatsächlich kein Luftschloss sein.

Player to watch # 12 – Ozan Kabak

FC Liverpool, Bayern München, Real- und Atlético Madrid. Was sich liest wie ein mögliches Halbfinale der UEFA Champions League, ist ein kleiner Auszug der Interessenten am 20-jährigen Türken. Mit Ozan Kabak hat der finanziell angeschlagene FC Schalke 04 eines der größten Abwehrtalente dieser Generation in seinen Reihen.

Selbst in der abgelaufenen Krisensaison ging Kabak auf dem Platz voran und war oft Fels in der Brandung der nicht immer sattelfesten Defensive der Knappen. Insbesondere im Spielaufbau des passgenauen Ex-Stuttgarters und den Bodenzweikämpfen (69% gewonnen) liegen Stärken, die weltweite Bewunderung auslösen. Auch die in seiner Zeit beim VFB teilweise bemängelte ungestüme Zweikampfführung wurde abgelegt und in ein aggressives, aber kontrolliertes Verteidigen umgewandelt. Zu allen defensiven und strategischen Fähigkeiten kommt auch noch eine überdurchschnittliche Offensivstärke. Bei Standardsituationen ist die Abwehrkante stets ein schwer zu berechnender Gefahrenherd. In 41 Bundesligaspielen hat der 2020 zum Golden Boy nominierte Kabak bereits sechs Tore erzielt.

Kein Wunder also, dass der Innenverteidiger von Coach David Wagner als eines der „größten Abwehrtalente in Europa in diesem Alter geadelt wird“. Höchstwahrscheinlich wird Kabak seinem chronisch klammen Verein auch noch eine dringend notwendige Finanzspritze sein. Ein Wettbieten der Großen der Fußball-Welt in der kommenden Saison ist jedenfalls ein sehr wahrscheinliches Szenario.

Player to watch # 11 – Max Kruse

Im Taxi vergessene 75.000 Euro Glücksspiel-Gewinne, eine 18-Millionen-Klage seines Ex-Klubs Fenerbahce oder frauenverachtende Rap-Videos als MC Max. Seine Skandal-Liste ist lang und bietet ideales Futter für eine Bestseller-Autobiographie. Neben der großen Menge persönlich farblos wirkender Musterprofis mit Überstunden beim Interview-Trainer wirkt Kruse wie einer der letzten seiner Art. Der gebürtige Reinbecker trägt sein Herz auf der Zunge und polarisiert wie kaum ein anderer deutscher Fußballprofi.

Eines kann man dem leidenschaftlichen Pokerspieler aber nicht vorwerfen, mangelnde Professionalität, was seinen Beruf angeht. Während andere Profis parallel zu ihren Eskapaden ihre Karriere an die Wand gefahren haben, liefert Kruse seit Jahren auf Top-Niveau. Seit dem Beginn seiner Profikarriere beim FC St.Pauli bringt der Zehner konstant gute Leistungen. In der vergangenen Saison beim türkischen Traditionsklub Fenerbahce Istanbul gelangen ihm bis zum Corona-Abbruch in 20 Liga-Spielen sieben Tore und sieben Torvorlagen. Trotz der sportlich über jeden Zweifel erhabenen Leistungen endete Kruse im Clinch mit Fener aufgrund angeblich ausgebliebener Gehaltszahlungen.

Ein Transfer-Hickhack, bei dem lange viel nach einer Rückkehr zu Werder Bremen aussah, endete in einer faustdicken Überraschung. Kruse unterschrieb bei Eisern Union. Die Köpenicker Truppe, die sich vor Allem über Kampf, Willen und mannschaftliche Geschlossenheit definiert, hat nun einen waschechten Starspieler in ihren Reihen. Von Kruse wird erwartet, Esprit und Spielwitz in das wenig glanzvolle Spiel die Berliner bringen. Gut möglich, dass der ehemalige Nationalspieler das fehlende Puzzlestück ist, dass Union eine weitere sorgenfreie Saison beschert.